Bericht zur Stolpersteinverlegung

Gastbeitrag von Max Leisterer

Vom 10. auf den 11. September fuhr ich zusammen mit Kathrin anlässlich einer Stolperstein-Aktion nach Mannheim. Die Steine wurden zur Erinnerung an in der NS-Zeit ermordete Familienmitglieder der Familie Aharon verlegt, welche ich durch den deutsch-israelischen Austausch unseres Kirchenkreises kennengelernt hatte und dessen Vater den Austausch von israelischer Seite aus leitet.
Ich hatte schon viel von dieser Art des Gedenkens an die ermordeten Juden der NS-Zeit gehört und diese für gut erachtet, dachte jedoch nie wirklich über das nach, was alles hinter diesem Projekt steht.

Es ist nicht nur eine Verlegung von Gedenksteinen. Nein, es ist zu Teilen Jahre lange Suche nach den Biografien der Menschen: Wer war der Mensch? Was geschah mit ihm in der Zeit zwischen 1933-1945? Hatte er auf der Flucht eventuell einen Decknamen angenommen?
Mit dieser Suche wird einem erst einmal klar, was hinter der Zahl der 6 Millionen jüdischen Opfer steckt und das jede einzelne Biografie, jedes einzelne Leben viel mehr Wert ist als eine solche Zahl.
Es ist eine Frage nach dem Ort, wo der Stein verlegt werden soll: Soll er dort verlegt werden, wo der Mensch als letztes lebte (wohlmöglich schon auf der Flucht)? Oder sollte er dort verlegt werden, wo die Familie oder der Mensch seine Wurzeln hatte?
Für die Familie Aharon war diese Aktion ein Gedenken an verstorbene Familienmitglieder, die sie nicht persönlich kannten, denen sie jedoch so vieles zu verdanken haben.
Durch all diese Impressionen wird aus diesem anfangs recht simpelerscheinenden Projekt etwas, was Menschen in der Suche, im Dialog und im Gedenken an einen einzigen Menschen verbindet.
Ich finde das ist ein recht schönes Bild und ich bin dankbar diese Erfahrung gemacht zu haben und kann jeden Menschen raten, an so einer Verlegung teilzunehmen.
hier ein par Fotoimpressionen:

zu den Fotos

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